Der Minion-Ring ist eine tolle Methode um einen “Long Job” zu absolvieren

Über die Philosophie, wie der Minion-Ring entstanden ist oder wie der Erfinder heißt, gibt es viele Texte, Blogs und Einträge. Selbst angeregte Diskussionen über die Idee und den Lösungsansatz habe ich im Netz schon gelesen. Ich möchte hier nicht für neue hitzige Diskussionen sorgen oder eine neue Geschichte erzählen, aber eines kann man hier ganz klar sagen und hervorheben – der Minion-Ring ist die beste Methode, einen sogenannten “Long-Job” (zu deutsch: lang dauernde Arbeit) zu absolvieren.

Der Minion-Ring ist eine Methode, für einen langen Zeitraum – in Abhängigkeit der verwendeten Briketts – den Garraum bei 100-120 Grad Celsius zu halten. Ist der Grill einmal richtig eingestellt, sollte dieser im besten Fall den „Long Job“ ohne weiteres Eingreifen zu Ende bringen.

Ich persönlich habe mit dieser Methode schon viele Erfolge erzielt und kann diese Methode nur jedem an die Hand legen und empfehlen.

Für einen Minion-Ring gibt es diverse Anleitungen im Internet, weswegen ich mir zu meinem damaligen Grillstart einige Anleitungen angelesen und in die Praxis umgesetzt habe.

Ich persönlich war hin und her gerissen, ob ich diese Anleitung überhaupt schreibe. Da ihr diese Zeilen lest, könnt ihr euch ja meine Entscheidung denken. Warum? Na ja – ehrlich gesagt gibt es schon unzählige Anleitungen über den Minion-Ring im Netz und diese wäre nur eine weitere, aber die Methode ist einfach nicht weg zu denken und ein absoluter Bestandteil für einen Grillblog. Somit werden erfahrene Grillfans vielleicht nichts Neues lesen, aber denjenigen, die neu zum Grillen gefunden haben, möchte ich hier eine kleine Hilfe an die Hand geben.

Also, zurück zum Anfang – der Minion-Ring ist eine einfache Methode, für einen langen Zeitraum (10-15 Stunden) – in Abhängigkeit der verwendeten Briketts – den Garraum bei 100-120 Grad Celsius zu halten. Ist der Grill einmal richtig eingestellt, sollte dieser im besten Fall den „Long Job“ ohne weiteres Eingreifen zu Ende bringen (ja, der Text kam oben schon vor, keine Sorge, dass ihr ein Shining habt).

Ausschlaggebend und absolut entscheidend für den Erfolg eines Long-Job sind die zum Einsatz kommenden Grillbriketts. Warum ist das so wichtig? Nun, der Minion-Ring soll langsam nach und nach durchglühen und die Briketts müssen sich gegenseitig (an)zünden. Ich sage immer, dass der Ring wie eine Zündschnur abbrennen muss, nur viel langsamer. =)

Charakteristische Eigenschaften für gute Grill Briketts sind eine lange Brenndauer und eine hohe Temperatur, welche an die Umgebung abgegeben wird. Von billig bis teuer habe ich viel getestet und kann mich nur den Empfehlungen von anderen Bloggern anschließen, dass Briketts aus Kokos absolut empfehlenswert und geeignet für einen Minion-Ring sind. Zusätzlich sind Kokosbriketts ein nachwachsender Rohstoff, was in der heutigen Zeit auch nicht von Nachteil ist.

Um den Minion-Ring zu erstellen, müsst ihr die Briketts fortlaufend im Kreis verlegen. Wichtig ist, dass die Briketts eng aneinander liegen und sich so im späteren Verlauf gegenseitig richtig anzünden können. Sobald ihr den ersten Kreis erstellt habt, könnt ihr im Inneren des Kreises einen zweiten aufstellen. Auch hier ist es wichtig, dass die Briketts wieder eng aneinander liegen. Sowohl die im Kreis befindlichen Briketts müssen sich berühren als auch die Kreise gegeneinander. Damit der Minion-Ring nich in beiden Richtungen gleichzeitig abbrennt, lasst bitte einen Freiraum, so dass der Kreis nicht vollends mit Briketts geschlossen ist. Damit die Briketts stabilisiert sind und der Ring im Domino Effekt nicht umkippt, könnt ihr einen kleinen Stein am Ende gegen den Minion-Ring stellen. Quasi wie eine Bücherstütze. Aber auch hier sagen Bilder mehr als tausend Worte.

Der Minion-Ring

Aufbau des Minion-Ring

In Abhängigkeit davon, welchen Grill man hat (Smoker, Kugelgrill, etc.), sind eventuell mehr Briketts vonnöten. Ich für meinen Teil komme bei meinem 57 cm Kugelgrill damit hin und brauche nicht mehr.

Wer hier keine Erfahrung besitzt, sollte eventuell einen Probelauf in abgespeckter Form starten. Eine solche Generalprobe verschafft zum einen Sicherheit und sorgt dafür, dass das echte Grillerlebnis nicht zu einem unschönen Ergebnis führt :-).

Nachdem der Ring fertiggestellt ist, fehlt noch eine Schale, welche ihr in die Mitte des Minion-Ring stellen könnt. Diese dient lediglich dazu, den Grill nicht vollends zu verschmutzen. Viele fügen der Schale noch etwas Flüssigkeit (Brühe/Wein/o.ä.) hinzu, um das Fleisch vor dem Austrockenen zu schützen. Ich für meinen Teil habe aber bisher darauf verzichtet und kann hier keine Beurteilung abgegben.

Ein paar kleine Hinweise für einen Minion-Ring, die ich aus eigener Erfahrung noch erwähnen möchte:

  1. Bitte geht mit den Briketts bzw. dem Brikettbeutel vernünftig um, denn Bruchstücke können schlecht mit integriert werden.
  2. Bitte macht nicht den Fehler und verteilt die Bruchstücke über den bereits erstellten Minion-Ring, denn die Grundausführung ist völlig ausreichend! Viel hilft nicht gleich viel, sondern produziert in diesem Fall eventuell zu viel Hitze.
  3. Bewahrt Ruhe – auch wenn der Minion-Ring nach 12 Stunden abgebrannt ist und z.B. das “Pulled Pork” noch keine Kerntemperatur von 92-95 Grad Celsius erreicht hat. Ohne Probleme kann man dieses auch im vorgeheizten Backofen bei 110 Grad Celsius zu Ende garen.
  4. Verwendet ein Thermometer, um die Kern-/Garraumtemperatur zu überwachen.
Eine Schale im Minion-Ring um Fleischsaft aufzufangen

Eine Schale im Minion-Ring um Fleischsaft aufzufangen

Das Einheizen der Grillkammer geht relativ einfach, ist aber mit etwas Wartezeit verbunden. Voraussetzung ist ein fertig vorbereiteter Minion-Ring.

Zum Start verwende ich immer ca. 10 Briketts und glühe diese vor.  Wenn die Briketts ihre weiße Farbe erhalten, lege ich sie einzeln an eines der Enden des Minion-Ring. Bitte entscheidet euch nur für eine Seite, denn wir wollen ja, dass der Ring nur von einer Seite beginnend abbrennt. Umhüllt die ersten beiden Briketts des Ringes mit euren vorgeglühten Briketts.

Anzündkamin

Anzündkamin

An dieser Stelle solltet ihr, wenn nicht bereits schon erledigt, das Thermometer für die Garraumüberwachung ins Spiel bringen.

Wenn die beiden Briketts des Ringes zünden, könnt Ihr den Deckel bei maximaler Luftzufuhr (Luft-/Schieberegler) schließen. Jetzt gilt es abzuwarten, bis der Garraum seine Temperatur von 110-120 Grad Celsius erreicht hat. Erfahrungsgemäß liegt das bei mir so in dem Bereich von 1 Stunde (+/-).

Steigt die Temperatur in den Bereich > 100 Grad Celsius an, könnt ihr anfangen, die Temperatur zu stabilisieren und die Luftzufuhr einzubremsen. Bei meinem Weber Kugelgrill (nein, ich bekomme die Schleichwerbung hier nicht bezahlt) befindet sich die Position des Luft-/Schiebereglers für 100-120 Grad Celsius unmittelbar hinter dem zweiten Loch.
Die Temperatur steigt im oberen Bereich  nur noch sehr langsam an. Manchmal sind es nur wenige Millimeter, die der Regler bewegt werden muss, um die Temperatur langsam zu erhöhen, bzw. langsam ansteigen zu lassen. Achtet nur darauf, den Luft-/Schieberegler nicht ganz zu schließen, damit die Glut nicht erstickt. Mit etwas Übung und vor allem Geduld ist das aber in den Griff zu bekommen.

Eigentlich ist nun der größte Teil der Arbeit erledigt. Jetzt gilt es nur noch, die Temperatur in einem Bereich von 100-120 Grad Celsius zu halten. Bedenkt bitte, dass die Temperatur schwanken kann. Die Briketts zünden unterschiedlich und glühen auch nach. Es kann also sein, dass ihr im Garraum Temperaturen von 90 – 150 Grad Celsius bekommen könnt. Versucht, dieses über die Luftzufuhr zu regeln. Bei meinem Kugelgrill ist das die Stellung unmittelbar hinter dem zweiten Loch.

Bei meinem ersten Durchlauf habe ich immer den Deckel geöffnet, wenn die Temperatur zu hoch gestiegen ist. Im Nachhinein betrachtet war das ein großer Fehler, denn damit kommt ja nur noch mehr Sauerstoff an die Glut und bewirkt somit genau das Gegenteil – auch hält der Minion-Ring nicht so lange wie er sollte, denn die Briketts glühen dadurch auch schneller durch.

Es sind manchmal nur Millimeterbereiche, die entscheidend sind. Bleibt bitte dabei und versucht, das Ganze lediglich über den Schieber für die Luftzufuhr zu regeln und dabei nicht die Glut zu ersticken, indem die Luftzufuhr komplett abgeriegelt wird. Es ist absolut kein Problem, wenn hier über einen kurzen Zeitraum auch mal etwas höhere Temperaturen im Grill herrschen.