“Brioche Burger Bun” ist nicht gleich “Brioche Burger Bun”

Bei der Zubereitung/Vorbereitung von Hambugern gebe ich mir selber viel Mühe und versuche hier auch, immer wieder neue Varianten selbst zu kreieren. Auch lasse ich mich von der vorhandenen Vielzahl im Netz inspirieren. Dies ist aber einzig und alleine dem Anspruch zu schulden, den ich an mich selber habe. Persönlich bin ich der Meinung, dass ein selbstgebacker “Burger Bun” das Gesamtprodukt “Burger” einfach nur abrundet und dadurch der Punkt auf dem “i” gesetzt wird.

Zu meinem Bedauern musste ich aber oft feststellen, dass ein Hamburger Brötchen die Freude an einem tollen Burger schnell verschlingen kann. Manche Rezepte hatten einfach nicht diese Leichtigkeit im Teig, oder weichten den Teig durch diverse Saucen schnell auf. Auch passierte es, dass manche Brötchen schon beim Zusammendrücken-/Hineinbeißen auseinanderfielen. Auch konnten viele durch ein zu trockenes Endergebnis oder durch einen fehlenden Geschmack nicht überzeugten. Im Verhältnis von Aufwand zum Ergebnis kann man hier schnell die Lust verlieren.

Ob zu Recht, oder zu Unrecht schmücken viele Headlines/Überschriften von Rezepten die Wörter “Die Besten Brioche Burger Buns”. Bisher hatte ich mich immer für eine Variante aus dem Netz entschieden, welche auf einem aktuell führenden Blog aus der Barbeque Szene beschrieben ist. Ganz ehrlich gesagt bin ich damit aber auch nicht immer zu 100% zufrieden gewesen. Das Endergebnis war nicht immer gleich und ich fand die Außenhülle vom Brötchen auch nicht fest genug. Trotzdem haben diese aber ganz klar ihre Daseinsberechtigung und sind wohl auch für andere einfach die Besten Buns am Barbeque-Himmel. Wie ihr sehen könnt, gibt es genug Kriterien/Vorstellungen für ein perfektes Bun, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder empfindet es anders und hat seine ganz eigene Vorstellung und das, obwohl alle Rezepte fast gleich aufgebaut sind.  Es bedarf immer der Zutaten Hefe, Mehl, Salz, Eier, Milch/Wasser, Zucker und Butter. Die Ergebnisse unterscheiden sich lediglich in der Handhabung der Zutaten und in den vorgegebenen Mengenangaben durch Geschmack sowie in der Konsistenz.

Ich für meinen Teil kann aber an dieser Stelle sagen: “Meine Suche hat endlich ein Ende …” 🙂

Durch einen Zufall bin ich im Netz auf einen Blog gestoßen, “mein Dank gilt an dieser Stelle – Chef Hansen“, welcher die Handhabung und Zubereitung eines perfekten Brioche Burger Bun beschreibt. Auf den ersten Blick war das wieder nix Besonderes, jedoch bei näherer Betrachtung gab es doch einen Unterschied welcher mein Interesse weckte. Der Unterschied, welcher hier existierte, war die Zugabe von einem Sauerteig. Hört sich erstmal abschreckend an, ist es aber überhaupt nicht – einfach umzusetzen und im Endergebnis einfach genial!

    Super lecker – super saftig – super fluffig

Gebt dem ganzen Rezept einfach eine Chance und vergleicht für euch selber die Ergebnisse – ich glaube, es lohnt sich für euch!

Wie ist der der Ablauf, werdet ihr euch fragen – kurz, knapp und einfach gesagt rührt ihr einen Abend zuvor den Vorteig und den Sauerteig an und am Folgetag kombiniert ihr alles miteinander.

Alle Zutaten im Überblick

Alle Zutaten im Überblick

Aber hier das Ganze Schritt für Schritt aus meiner persönlichen Perspektive:

Der Vorteig und der Sauerteig ist relativ simpel umgesetzt und mit wirklich wenig Aufwand zu bewerkstelligen.

Vorteig:

70 ml Wasser
70 g Weizenmehl, bitte vom Typ 550
2g frische Hefe

Nehmt eine kleinere Schüssel, wie im Bild ersichtlich, und fügt die Zutaten in der folgender Reihenfolge zusammen. Erst das Wasser und dann die Hefe in die Schüssel. Mit einem Schneebesen dafür sorgen, dass sich die Hefe auflöst und mit dem Wasser verbindet. Danach rührt ihr einfach das Mehl unter. Ich nehme einfach eine Gabel und verrühre die Zutaten damit zu einer breiigen Masse. Sorgt dafür das Ganze klumpenfrei als Ergebnis zu bekommen.

Sauerteig:

50g Weizenmehl, bitte vom Typ 550
50g lauwarmes Wasser
1/2EL Sauerteigansatz

Das Gleiche gilt auch für den Sauerteig – hier habe ich aber ohne Einhaltung einer Reihenfolge die Zutaten einfach zusammengefügt und verrührt. Bitte achtet bei dem Wasser darauf, dass es wirklich nur lauwarm ist. Zu heißes Wasser kann unter Umständen die benötigten Hefekulturen abtöten. Den Sauerteigansatz solltet ihr eigentlich in jedem Discounter finden können. Einfach einen freundlichen Verkäufer ansprechen und fragen.

Nachdem ihr alles verschlossen und in eurem Kühlschrank verstaut habt, ist eure Vorarbeit hiermit abgeschlossen.

fertig angerührter Vorteig - Sauerteig

fertig angerührter Vorteig – Sauerteig

Am nächsten Tag mischt ihr die folgenden Zutaten, unter Einhaltung der vorgegebenen Beschreibung, zusammen.

Brioche Burger Buns

350g Weizenmehl, auch hier vom Typ 550
9g Salz
42g Zucker
8g frische Hefe
3 Eier Größe L
85g Milch
155g Butter (Zimmertemperatur)
Sauerteig vom Vortag
Vorteig vom Vortag

Wiegt die 350g Weizenmehl in einer größeren Schüssel ab –  achtet darauf, dass die Schüssel groß genug ist, denn es sollen alle Zutaten hineinpassen und der Teig soll ja auch noch ordentlich aufgehen. 🙂

Je nach Umgebungsverhältnissen plant ihr bitte für den gesamten Verlauf so ca. 3 1/2 Stunden als gesamte Gehzeit für den Teig ein.

Ok – weiter geht’s … 🙂

Zu dem Mehl jetzt das Salz hinzufügen und dieses auf der Oberfläche vom Mehl verteilen. Jetzt in einer separaten Schale die Milch (bitte Zimmertemperatur, oder in der Mikrowelle anwärmen), den Zucker und die zerbröselte Hefe verrühren, bis diese sich in der Milch vollständig aufgelöst hat. Ob Ammenmärchen oder nicht müsst ihr selbst für euch entscheiden – ich persönlich trenne vorab das Salz mit der Hefe. Sprich ich lasse die Hefe sich in der warmen Milch entwickeln und streue das Salz über das Mehl.

Zucker, Milch und Hefe

Zucker, Milch und Hefe

Lasst die Flüssigkeit einen Moment stehen und die Hefe vorab für euch arbeiten. In der Zwischenzeit könnt ihr schon die Eier in einer Tasse aufschlagen und ebenfalls miteinander verquirlen.

verquirlte Eier

verquirlte Eier

Alle Zutaten, mit Ausnahme der Butter (die kommt später), in einer Schüssel verrühren und mit dem Rührgerät 3-4 Minuten kneten, bis sich die Zutaten sichtbar miteinander verbunden haben. Den Teig jetzt bitte “round about” 20 Minuten für sich ruhen lassen. Wiegt die Butter ab und knetet diese nach Ablauf der Zeit mit in den Teig hinein – im Anschluss den Teig so lange durchkneten, bis dieser eine glänzende Oberfläche bekommen hat.

Im Großen und Ganzen ist es das gewesen 🙂

Bitte wundert euch nicht über die klebrige Konsistenz des Teiges. Das ist später mit einer ordentlichen Portion Mehl kein Problem.

Nun den Teig 2 Stunden zugedeckt stehen lassen, damit die Hefe ihren Teil der Abmachung erledigen kann und der Teig ordentlich aufgeht.

alle Zutaten zusammen

alle Zutaten zusammen

Die Hochzeit von Sauerteig - Vorteig - Grundteig und 3 Minuten kneten

Die Hochzeit von Sauerteig – Vorteig – Grundteig und 3 Minuten kneten

nach 20 Minuten Gehzeit der fertig geknetete Teig

nach 20 Minuten Gehzeit der fertig geknetete Teig

nach 2 Stunden

nach 2 Stunden

Nach den 2 Stunden bereitet ihr eure Arbeitsfläche so vor, dass ordentlich Mehl für eure Hände und für die Fläche verfügbar ist. Stecht mit einem Küchen-/Teigschaber einen Anteil aus der Teigmasse ab, legt diesen in das Mehl und knetet diesen nur mit euren bemehlten Händen etwas durch. Den Teigrohling dann auf die Waage legen und auf 95-110 Gramm abwiegen. Ich persönlich bleibe immer bei 95 Gramm. Mehlt eure Hände jetzt ordentlich ein und verarbeitet den 95 Gramm Teigrohling zu einem Ball. Wenn ihr merkt, dass es wieder zu kleben beginnt, verreibt ihr einfach wieder Mehl in den Händen und weiter gehts. Danach den Rohling in die linke Handfläche nehmen und den Teig mit der rechten Hand schleifen. Ihr zieht hierzu einfach die äußere Seite mit dem Zeigefinger und dem Daumen in die obere, von euch sichtbare, Mitte des Rohlings. Das Ganze einmal um die kompletten 360 Grad. Warum? Nun, das dient einzig und alleine dazu, die auf der Handinnenfläche liegende Seite des Rohlings auf Spannung zu bekommen. Die Form sollte hierdurch stabiler bleiben und der Rohling bekommt im Backofen eine schönere Form. Die von euch sichtbare Seite ist diejenige, welche später unten liegt. Kann man machen, müsst ihr aber nicht. Nähere Informationen und Anleitungen findet man hierzu auch schnell und unklompliziert im Netz.

Eine kleine nicht unwichtige Info:
Bitte versucht beim Umgang mit dem Mehl den Rohling nicht vollends darin zu wenden, denn wir wollen ja keine völlige Mehlkruste an den Burger Buns haben. Zu Beginn dachte ich: “Au Backe!” – in Aktion war es aber überhaupt nicht schlimm und auch kein Schmierkram. Lediglich dafür sorgen dass eure Hände immer ordentlich Mehlbehaftet sind. 🙂

die Verarbeitung des Teig

die Verarbeitung des Teiges

die Verarbeitung des Teig

die Verarbeitung des Teiges

An dieser Stelle müssen wir dem Teig wieder Zeit zum Entspannen geben! Ich für meinen Teil bereite das Ganze so vor, dass der Teigrohling sich in der entsprechenden Form ausruhen und entspannen kann. Somit brauche ich diesen nicht unnötig hin und her bewegen und er bleibt in seiner Form.

Ans Herz legen kann ich euch die Burger Ringe, welche den Burger in Form halten, bzw. zwingen. Dieser sieht dadurch, so finde ich, ansprechender aus und sollte im Endergebnis den gleichen Durchmesser wie die Patties haben. Solltet ihr keine zur Hand haben, könnt ihr auch welche aus Alufolie formen oder wie gewohnt einfach auf das Backblech legen und auf herkömmliche Weise das Ganze backen.

Um die Buns mit Sesam versehen zu können verquirlt ihr einfach ein Eigelb mit etwas Wasser. Danach die Flüssigkeit mit einem Silikonpinsel, oder ähnliches vor dem backen auf der Bun Oberfläche auftragen und mit den Sesam bestreuen.

Der fertige Teigrohling im Burger Ring

Der fertige Teigrohling im Burger Ring

Der fertige Teigrohling im Burger Ring nach 20 Minuten Gehzeit

Der fertige Teigrohling im Burger Ring nach 20 Minuten Gehzeit

Die Entscheidung der weitere Gehzeit liegt bei euch selber, aber ich denke ihr tut gut dran hier weitere 30-60 Minuten verstreichen zu lassen, eh ihr die Rohlinge in den vergeheißten Backofen schiebt und fertig ausbackt. Für das Fertigbacken heizt ihr den Backofen bitte auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vor und schiebt das Backblech mit den Buns hinein. Nach 20 Minuten sind die Buns fertig. Die Buns bekommen eine schöne Farbe und haben nach den 20 Minuten eine tolle Oberfläche. Die nächsten Bilder zeigen einen kleinen Ausblick auf den Verlauf im Backofen und auf das euch erwartende Ergebnis.

Der fertige Teigrohling im Burger Ring nach 60 Minuten Gehzeit

Der fertige Teigrohling im Burger Ring nach 60 Minuten Gehzeit

der Beginn im Ofen

der Beginn im Ofen

die Seitenansicht der Burger Buns

die Seitenansicht der Burger Buns

Ansicht von oben

Ansicht von oben

Brioche Burger Buns im aufgeschnitten Zustand

Brioche Burger Buns im aufgeschnittenen Zustand

Am besten sieht man alles in einem komlpetten Ergebnis und ich denke das sich dieses Ergebis absolut sehen lassen kann.

Warum nur bekomme ich jetzt eigentlich wieder Appetit auf Burger … 🙂 🙂

Wenn euch mein kleiner Beitrag gefallen/geholfen hat, freue ich mich über Kommentare und Anregungen von euch.

Mir bleibt an dieser Stelle wieder nur zu sagen, Bon Appetit – lasst euch schmecken.

Das Endergebnis

Das Endergebnis